Not-Funk über DB0UKD/DL0DUS

Wir wollen mit dem Not-Funk über DB0UKD / DL0DUS nicht den BOS-Funk in irgendeiner Form ersetzen, sondern eine Möglichkeit schaffen, das Funkamateure Hilfeersuche aus der Bevölkerung übermitteln können. Vor allem dann, wenn sonstige Kommunikationswege nicht mehr zur Verfügung stehen.

Wie schnell so etwas passieren kann haben eindrücklich diverse Wettersituationen in den letzten Jahren auch in Deutschland gezeigt. Als kleines Beispiel sei hier das Elbehochwasser 2002, das Schneechaos 2005 im Westmünsterland oder auch das Pfingst-Unwetter Ela 2014 genannt. In all diesen Fällen fielen herkömmliche Kommunikationswege teils oder vollständig aus und Funkamateure übernahmen die Aufgabe Hilfsgesuche weiterzuleiten und Maßnahmen teilweise sogar zu koordinieren.

Daher ist der VHF-Repeater von DB0UKD als regionaler Not-Funk Leuchtturm vorgesehen. Notrufe die hierüber im Katastrophenfall abgewickelt werden, können von der Clubstation DL0DUS des THW in Düsseldorf auf direktem Weg an weitere Behörden und Hilfsorganisationen weitergegeben werden. Als Backup ist vorgesehen das Notrufe an den Einsatzleitwagen der Feuerwehr Düsseldorf weitergereicht werden, welcher sich im Katastrophenfall im Universitätsklinikum Düsseldorf an der Zenralen Notaufnahme positioniert.

DL0DUS verfügt ebenfalls über eine unabhängige Stromversorgung und ist darüber hinaus auch für einen internationalen Notfunkverkehr ausgerüstet.

Allgemeines zum Not-Funk

Jeder Funkamateur hat spätestens bei seiner Prüfung etwas darüber gelesen, viele haben sich damit beschäftigt, aber nur die wenigsten haben sich wirklich aktiv damit auseinander gesetzt.

Die Verpflichtung, als Funkamateur Notrufe weiterzuleiten, ergibt sich zusätzlich zum Amaterfunkgesetz aus dem Strafgesetzbuch.

Strafgesetzbuch (StGB)
§ 323c Unterlassene Hilfeleistung; Behinderung von hilfeleistenden Personen

(1) Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Das Weiterleiten eines Notrufes fällt hierunter.

Die Thematik Not-Funk ist teilweise sehr komplex. Zum einen gibt es jede Menge Unterlagen, z. B. das Notfunk-Handbuch des DARC und auch die Konzepte zu einer Not-Funk fähigen Amateurfunkstation stellen so manchen OM vor eine recht ambitionierte Aufgabe.

Aber um lokalen Not-Funk zu betreiben, bedarf es nicht unbedingt einer solch komplexen Austattung. Der batteriebetriebene portable Transceiver oder die mobile Station im Fahrzeug reichen bereits aus. Zusätzliche Akkus oder eine unabhängige Stromquelle sind auch äußerst hilfreich.

Auch das Handy kann noch einen guten Dienst verrichten auch wenn es keine Netzanbindung hat. Das eingebaute GPS kann verlässlich den genauen Standort darstellen. Eventuell ist dazu eine kleine APP notwendig, die man sicherheitshalber immer installiert haben sollte.

Und auch unabhängig vom Not-Funk, sollte man sich zumindest einmal Gedanken dazu gemacht haben, ob man für einen eventuellen Katastrophenfall gerüstet ist. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat zu diesem Thema einen Ratgeber herausgebracht.

Auch Interessant:

Die Notfunk-Wiki und der Wikipedia-Notfunk Eintrag.

DIESES SOLLTEN SIE IM NOT-FUNKBETRIEB BEACHTEN:

  • Bei aller Hilfsbereitschaft, achten Sie vor allem auch immer auf Ihre eigene Sicherheit!
  • Wenn es die Situation ermöglicht, suchen Sie öffentliche Räume oder Plätze auf, um dort Hilfeersuche weiterzuleiten.
  • Geben Sie sich als Funkamateur zu erkennen und fragen Sie nach, ob jemand Hilfe benötigt.
  • Auch Ihre Energie ist endlich, sorgen Sie für Ablösung und erlauben Sie sich Pausen.

Auch beim Absetzen des Notrufes auf Funk gelten die bekannten 5 W-Fragen:

  • Wo ist das Ereignis?

  • Wer meldet es?

  • Was ist geschehen?

  • Wie viele Betroffene?

  • Warten auf Rückfragen!

Zur Betriebstechnik im Notfunk:

  • Beginnen Sie das Absetzen eines Notrufes immer mit dem Dringlichkeitsruf „CQ-Notruf“.
  • Halten Sie die Frequenz für weitere Notrufe frei und vermeiden Sie überflüssige Kommunikation.
  • Schwache Stationen sind vorrangig zu behandeln! Wer weiß wie lange die Station noch senden kann?
  • Lassen Sie den Not-Funk Koordinator den Betrieb regeln, wenn er sich zu erkennen gibt (z. B. DL0DUS).
  • Sparen Sie Energie, senden Sie nur mit der zur Kommunikation notwendigen Leistung. Sie können das Funkgerät ggf. auch ausschalten, um sich dann wieder zu einer vorher vereinbarten Zeit zu melden.

Und zur Erinnerung was den Betrieb auf DB0UKD in VHF betrifft:

  • Der Notruf kann sowohl in F3E als auch in C4FM abgesetzt werden. Bei F3E, CTCSS 77 Hz aktivieren!
  • In C4FM bitte den DN-Modus benutzen, da hier die Standortdaten mit übertragen werden können und der Modus auch etwas “robuster” gegenüber Störungen ist.
Notfunk über DB0UKD
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